Manchmal will man weder Cookie noch Kuchen entscheiden müssen – und genau für diese Unentschlossenheit gibt es diesen Nutella Cookie Kuchen mit Schokoladenkern. Ein dicker, buttriger Cookie-Teig umschließt eine warme Schicht Haselnuss-Kakao-Creme, die beim Anschnitt langsam herausläuft. Ich habe die Mengen bewusst für eine 22-cm-Springform gerechnet, das reicht locker für eine sechsköpfige Familie plus Nachschlag. Wer Nüsse oder Milchprodukte meiden muss, sollte bei der Creme genau aufs Etikett schauen, da steckt in der Regel beides drin.
Alles bereitstellen, bevor der Ofen läuft

Bevor irgendetwas gerührt wird, kommt bei mir immer der gleiche Schritt: alles auf die Arbeitsfläche stellen, einmal durchzählen, Ofen anwerfen. Auf dem Bild siehst du genau diese Mise en Place – 170 g weiche Butter, brauner und weißer Zucker, zwei Eier, Vanilleextrakt, Mehl, Backpulver, Salz und 220 g Zartbitter-Schokodrops für den Teig, dazu 260 g Haselnuss-Kakao-Creme für den Kern.
- Ofen: 175 °C Ober-/Unterhitze vorheizen, nicht Umluft, das würde den Rand zu schnell bräunen.
- Form: 22-cm-Springform mit Backpapier auslegen, den Rand leicht einfetten.
- Creme: 10–15 Minuten kühlen, damit sie beim Füllen streichfest bleibt und nicht sofort in den Teig sickert.
Das Rezept enthält Gluten, Milch, Eier und je nach Marke der Kakao-Creme auch Haselnüsse – für Gäste mit Unverträglichkeiten also kurz Bescheid sagen.
Butter, Zucker und Eier cremig schlagen

Auf dem zweiten Foto siehst du die Masse schon in dem Stadium, das ich immer als Ziel beschreibe: hell, glatt, ohne sichtbare Zuckerkörner. Butter, brauner Zucker und weißer Zucker werden 2–3 Minuten cremig gerührt, ein simpler Schneebesen reicht völlig, ein elektrisches Gerät ist hier kein Muss. Dann kommt der Vanilleextrakt dazu, gefolgt von den beiden Eiern – aber einzeln, jedes etwa 20 bis 30 Sekunden vollständig eingearbeitet.
Wer beide Eier auf einmal reinkippt, bekommt eine Masse, die sich trennt statt bindet – das Fett braucht Zeit, das Wasser im Ei aufzunehmen.
Genau dieses geduldige Nacheinander macht am Ende den Unterschied zwischen einem zähen und einem locker-saftigen Cookie-Boden.
Trockene Zutaten und Schokodrops einarbeiten

Mehl, Backpulver und Salz werden kurz vermischt und dann zur Buttermasse gegeben – genau so, wie es das dritte Bild zeigt, wo noch eine dünne Mehlschicht auf dem Teig liegt. Ab hier zählt Zurückhaltung mehr als Kraft.
- Nur so lange rühren, bis kein trockenes Mehl mehr sichtbar ist.
- 220 g Zartbitter-Schokodrops mit dem Spatel unterheben, nicht mit dem Schneebesen weiterschlagen.
- Textur prüfen: Der Teig soll dick und formbar sein, keinesfalls flüssig.
Übermischter Teig entwickelt zu viel Gluten, und aus dem geplanten weichen Cookie-Kuchen wird ein zäher Fladen. Im Zweifel lieber einen Rührzug zu wenig als einen zu viel.
Form schichten und mit Haselnuss-Kakao-Creme füllen

Jetzt wird es architektonisch, und das vierte Foto zeigt genau, worauf es ankommt. Etwa zwei Drittel des Teigs kommen in die vorbereitete Form, werden mit leicht angefeuchteten Fingern flachgedrückt und zu einem 2–3 cm hohen Rand hochgezogen – wie eine kleine Wanne.
- Creme mittig verteilen: 260 g Haselnuss-Kakao-Creme aufstreichen, rundherum 1–2 cm Rand frei lassen, sonst läuft sie beim Backen über den Teigrand.
- Deckel aus Teigresten: den restlichen Teig in Portionen darauflegen und die Lücken locker schließen – nicht fest andrücken, sonst presst du die Creme seitlich raus.
Diese lockere Deckschicht ist auch der Grund, warum der Kuchen beim Anschneiden später so schön aufbricht statt glatt zu bleiben.
Backen bei 175 °C und in Ruhe abkühlen lassen

Im vorgeheizten Ofen braucht der Kuchen bei 175 °C Ober-/Unterhitze 30–35 Minuten, wie auch das Display auf dem Foto zeigt. Die Oberfläche soll goldbraun und leicht rissig aussehen, die Mitte darf dabei noch spürbar weich wirken – das ist kein Zeichen, dass er noch nicht fertig ist, sondern genau der Punkt, an dem der Schokoladenkern innen noch fließt.
Nach dem Backen ist Geduld gefragt, so ungern ich das bei einem duftenden Kuchen selbst befolge:
- 20 Minuten in der Form ruhen lassen, damit sich die Struktur setzt.
- Dann vorsichtig den Springformrand lösen und auf einem Gitter mindestens 30 Minuten weiter abkühlen lassen.
Wer hier abkürzt, bekommt beim Anschneiden eher eine Schokoladenlawine als saubere Stücke – manchmal ist das aber auch genau das, was man will.
Anschneiden und servieren

Das letzte Bild zeigt den Moment, für den sich der ganze Aufwand lohnt: der Anschnitt, bei dem die Haselnuss-Kakao-Creme langsam aus der Mitte quillt. Mit einem scharfen Messer schneidest du den Kuchen in acht Stücke.
- Für einen fließenden Kern: leicht warm servieren, direkt nach den 30 Minuten Abkühlzeit.
- Für saubere Stücke: den Kuchen vollständig auskühlen lassen, dann setzt die Creme fester.
- Optional: eine Kugel Vanilleeis oder ein paar zusätzliche Schokodrops obenauf.
Reste packe ich luftdicht ein und wärme sie vor dem Servieren kurz an – so schmeckt der Kern am nächsten Tag fast wieder wie frisch aus dem Ofen.
Kurz zusammengefasst
Dieser Kuchen ist kein Wettbewerbsstück, das perfekt aussehen muss – er darf ruhig ein bisschen zerlaufen, wenn du ihn anschneidest. Genau das macht ihn ehrlich. Am Küchentisch in Rotterdam-West ist er jedenfalls nie lange stehen geblieben.

- Für den Teig
- Für die Füllung

Häufige Fragen
Kann ich die Haselnuss-Kakao-Creme durch eine andere Sorte ersetzen?
Ja, jede streichfähige Schoko-Nuss-Creme funktioniert. Achte nur darauf, dass sie nicht zu flüssig ist, sonst läuft sie beim Schichten zu weit an den Rand.
Warum ist die Mitte nach dem Backen noch weich?
Das ist gewollt. Die Creme im Kern bleibt bei 175 °C und 30-35 Minuten Backzeit warm und fließend, während der Cookie-Teig drumherum fest wird.
Wie lange bleibt der Kuchen frisch?
Luftdicht verpackt hält er sich zwei bis drei Tage bei Zimmertemperatur. Vor dem Servieren kurz erwärmen, dann wird der Kern wieder weich.





